My favorite German Hymn
Wie groß, o Gott, ist deine Macht
- Lied bei schwerem Gewitter -
1.) Wie groß, o Gott, ist deine Macht,
Die du lässt sehn und hören.
Wann dein ergrimmter Donner kracht,
Wann sich blitzen empören?
Wie schrecklich bist du von Gewalt,
Dein Herrlichkeit ist mannigfalt:
Wir arme Sünder wissen nicht,
Wie das geschicht,
Ob Himmel, Luft und Erde bricht.
2.) Den Erdenkreis bewegest du,
Dass seine Gründe beben,
Die Berge wackeln sonder Ruh
Und alles Land daneben.
Die dicke Wolken trennen sich,
Gott selber donnert grausamlich,
Die Blitze leuchten weit und breit,
Nichts ist befreit,
Dann Erd und Wasser stehn im Streit.
3.) Das Erdreich siehets und erschrickt,
Es schmelzen Berg und Hügel,
Wann mancher Mensch den Blitz erblickt,
Hätt es wohl gerne Flügel,
Denn auch des starken Donners Macht,
O Herr, bezeuget deine Pracht.
Und wir, so grober Sünden voll,
Erkennen wohl,
Dass Gottes Hand uns strafen soll.
4.) Nun, unser ist allein die Schuld,
Dass wir dies wohl verdienen.
Trag aber, Herr, mit uns Geduld
Und lass dich bald versühnen.
Du Vaterherz von Anbeginn,
Wo sollen wir jetzt fliegen hin,
Wir sind vor deinem Grimm und Zorn
Ja gar verlorn,
Wird Gnade nicht für Recht erkor’n.
5.) Wir arme Würmlein allzumal
Versammeln uns zu schreien
Zu dir aus diesem Jammertal,
Du wollest uns befreien
In diesem Wetter vor Gefahr.
Herr, lass uns nicht so ganz und gar
Im starken Donner untergehn,
Lass doch geschehn,
Dass wir dich wieder gütig sehn.
6.) Du bist ja groß von lauter Gnad,
Ach, rüste dich, zu schützen
Dein armes Volk, dass uns nicht schad’
Im Wetter, Feu’r noch Blitzen.
Lass uns, o Vater, treffen nicht
Ein Schlag, der Berg’ und Felsen bricht.
Beschirm uns vor des Donners Macht,
Der schrecklich kracht,
Zuförderst in der finstern Nacht.
7.) Bewahr uns, Herr, Leib, Gut und Haus,
Halt uns im festen Glauben,
Lass uns die Furcht durch diesen Strauß
Der Hoffnung nicht berauben.
Vor einem bösen, schnellen Tod
Behüt’ uns, Herr, steh’ in der Not
Jetzt deinen schwachen Kindern bei,
Damit wir frei
Erhalten Leben und Gebäu.
8.) Das Vieh im Feld, auch Laub und Saat
Sei dir jetzt anbefohlen.
Von niemand anders kann man Rat
Als bloß von dir herholen.
Du schützest uns mit sichrer Hut
Vor Schlossen, Hagel, Wasserflut.
Ja, was wir haben in der Welt,
Wann dir’s gefällt,
Das bleibt in Sicherheit gestellt.
9.) Es muss ja Donner, Hagel, Blitz,
Die oft ein Land vernichten,
Dazu das Wasser, Wind und Hitz,
Herr, dein Gebot ausrichten.
Verschon uns aber gnädiglich,
Lass dies Gewitter legen sich.
Ich weiß, du bist von Gnaden reich,
Wer ist dir gleich?
Sprich, dass der Donner von uns weich.
10.) Ach lass dein treues Vaterherz
In dieser Angst uns sehen.
Es muss ja deiner Kinder Schmerz
Dir schwer zu Herzen gehen.
Drum schütz uns, Herr, zu dieser Frist
Durch unsern Heiland Jesum Christ,
So wollen wir dich in der Zeit
Erheben weit
Und preisen in der Ewigkeit.
Text von Johann Rist
Melodie – Allein zu dir, Herr Jesu Christ
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gefunden in:
Neu=vermehrtes Baden=Durlachisches Gesangbuch
aller evangelisch-lutherischen Kirchen
in den markgräflich Badischen Landen
Lied-Nummer 502. Kapitel Witterung
Karlsruhe, 1772.
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Johann Rist (* 8. März 1607 in Ottensen (heute Stadtteil von Hamburg); † 31. August 1667 im Alter von 60 Jahren in Wedel (Holstein)) war ein deutscher Dichter, Kirchenlieddichter und evangelisch-lutherischer Prediger. Rand Claussen ist 60 Jahre alt.